Bericht
Was für ein Comeback
SG Bischbrunn/Oberndorf - FC Wiesenfeld-Halsbach 3:3 (0:3)
Bericht
Was für ein Spiel, was für ein Comeback: Die SG zeigte gegen den Tabellenfünften eine starke Leistung, lag zur Halbzeit dennoch völlig unverdient mit 0:3 zurück – und belohnte sich am Ende mit einem furiosen 3:3, das sich wie ein Sieg anfühlt.
Die Renner-Truppe nahm den Schwung aus den letzten beiden unglücklichen und unnötigen Niederlagen mit und präsentierte sich trotz einiger Umstellungen in der Startelf – unter anderem saß Goalgetter Julian Belli zunächst nur auf der Bank – von Beginn an dominant. Die Heimelf hatte das Spiel im Griff, ließ Ball und Gegner laufen und erspielte sich mehrere gute Möglichkeiten. Vor allem Felix Wiesmann war kaum zu halten, ließ seine Gegenspieler reihenweise stehen, scheiterte jedoch gleich zweimal im Eins-gegen-Eins am überragenden Gästekeeper Florian Amend. Auch Spielertrainer Daniel Renner kam nach einem Abwehrfehler frei zum Abschluss, zielte aus rund 18 Metern aber knapp rechts vorbei.
Von den Gästen war zunächst kaum etwas zu sehen – doch mit ihrer ersten Chance schlugen sie im Gegensatz zur SG direkt eiskalt zu: Nach einer halben Stunde reichte ein Ball in die Tiefe, Dominik Endres lief durch und jagte den Ball technisch stark unter die Latte zur Führung. Bitter für die SG, die direkt nach dem Anstoß einen klaren Elfmeter hätte bekommen müssen, als Renner im Strafraum mit zwei Händen zu Boden gerissen wurde – der Pfiff des ansonsten starken SR Andreas Adami blieb jedoch aus, wodurch der postwendende Konter lief. Hier enteilte Louis Knöferl auf Links zunächst Jürgen Beeger, dann grätschte auch noch Luis Schwab ins Leere und schon stand es 0:2.
Nur wenig später folgte der nächste Nackenschlag: Wieder konterten die Gäste - diesmal über die andere Seite -, Endres kam frei zum Abschluss, sein missglückter Versuch wurde zur Vorlage für Knöferl, der zum 0:3 nur noch einschieben brauchte. Ein Spielstand, der den Verlauf komplett auf den Kopf stellte und keinesfalls die SG-Leistung widerspiegelte. Kurz vor der Pause hatte Felix Wiesmann noch eine weitere Großchance, doch erneut blieb Amend Sieger im Eins-gegen-Eins, diesmal sogar per Fußabwehr.
Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie zunächst etwas. Die SG blieb bemüht, während die Gäste auf Konter lauerten. In der 73. Minute setzte Jonas Rückert mit einem Freistoß aus rund 25 Metern ein Ausrufezeichen, doch wieder lenkte Amend den Ball stark über die Latte. In der 82. Minute kam dann auch noch Pech hinzu: Willi Formatschek traf aus 13 Metern nur die Latte.
Doch dann begann die wilde Schlussphase – und die sollte es in sich haben.
In der 86. Minute leitete Rückert mit einem starken Pass in die Tiefe die Wende ein. Der kurz zuvor eingewechselte Martin Günzelmann blieb frei vor dem Tor eiskalt und erzielte das 1:3. Bemerkenswert: Günzelmann hatte zuvor bereits 90 Minuten in der zweiten Mannschaft im Tor gestanden und zeigte einmal mehr, dass er immer da ist, wenn er gebraucht wird – diesmal sogar als eiskalter Vollstrecker im Sturm.
Nur zwei Minuten später schwächten sich die Gäste selbst: Der gelb vorbelastete Tobias Ehrenfels sah nach Meckern eine Zeitstrafe.
Wiederum zwei Minuten danach wurde Felix Wiesmann bei einem vielversprechenden Konter von Dominik Endres klar taktisch gefoult – auch hier entschied Schiedsrichter Adami auf Zeitstrafe. In doppelter Überzahl witterte die SG nun ihre Chance. Den fälligen Freistoß aus gut 30 Metern halblinker Position zirkelte Luis Schwab sehenswert – fast wie einst Roberto Carlos – unhaltbar in den rechten Winkel zum 2:3.
Jetzt war die SG nicht mehr zu stoppen. Gegen nur noch neun Gäste drängte die Heimelf mit aller Macht auf den Ausgleich – und wurde tatsächlich noch belohnt: Willi Formatschek setzte sich über links durch und flankte in die Mitte, ein Verteidiger verlängerte per Kopf. Am rechten Sechzehnereck kam Günzelmann angerauscht und schweißte den Ball direkt flach ins linke Eck zum umjubelten 3:3-Endstand.
Ein Spiel, das lange wie ein weiterer bitterer Rückschlag aussah, endete mit einem emotionalen Comeback. Der enorme Einsatz der SG wurde endlich belohnt – auch wenn es „nur“ ein Punkt ist. Auf dieser Leistung lässt sich definitiv aufbauen.
Statistik
Aufstellungen
Schiedsrichter
Andreas Adami (VfR Goldbach), mit guter Leistung
Tore
0:1 (30.) - Dominik Endres
0:2 (31.) - Louis Knöferl
0:3 (34.) - Louis Knöferl
1:3 (86.) - Martin Günzelmann
2:3 (90.) - Luis Schwab
3:3 (90.+4) - Martin Günzelmann
Spieler des Spiels: Rückert & Günzelmann
Besondere Vorkommnisse
Zeitstrafe für Tobias Ehrenfels (86./FC) wg. Meckern
Zeitstrafe für Dominik Endres (88./FC) wg. Foulspiel
Zuschauer
110 in Oberndorf
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