Die Vereinschronik



Bereits Mitte der 20er Jahre begannen junge Burschen in Bischbrunn das Fußballspielen. Natürlich dachte damals noch niemand so recht daran, einen Sportverein zu gründen, bzw. einen geordneten Spielbetrieb durchzuführen, zumal das Leben zu dieser Zeit im Spessart in erster Linie von harter Arbeit geprägt war. Dennoch wuchs die Begeisterung für diesen Sport beständig, so dass man bereits Ende der 20er Jahre erste Freundschaftsspiele gegen gleichfalls unorganisierte Gegner aus der näheren Umgebung austrug. Da ein Sportplatz nicht zur Verfügung stand, sah man sich gezwungen, sich mit einem Provisorium zu helfen. Hierzu wurden nach Rücksprache mit dem jeweiligen Eigentümer auf einer Wiese Holzpfosten in die Erde gesetzt, darüber eine Torlatte befestigt und fertig war das Spielfeld.

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Mannschaft aus den Anfangsjahren des Vereins


Zufriedenstellend war diese Situation jedoch nicht. So schlossen sich bereits Anfang der 30er Jahre die jungen Burschen dem DJK-Verband Würzburg an, um so ihrem Wunsch nach einem eigenen Fußballfeld Nachdruck zu verleihen. Leider sind die Nachforschungen über diese Zeit beim DJK-Sportverband in Düsseldorf, bzw. beim DJK-Diözesanverband in Würzburg erfolglos geblieben, da die Aufzeichnungen hierüber in den Kriegswirren offenbar verloren gingen. Einziges erhaltenes Dokument, welches diese DJK-Zugehörigkeit belegt, ist ein Schiedsrichterausweis von Josef Schreck aus dem Jahre 1932.

Aufgrund der Überlieferungen von den letzten lebenden Zeitzeugen fand jedoch das erste Pokalspiel bereits Anfang der 30er in Bischbrunn auf den „Billwiesen“ statt, wobei damals ein Großteil der Ortsbevölkerung nach dem Gottesdienst mit der hiesigen Blasmusik zum Gelände am Rothenbücherweg zog, um dem Spektakel beizuwohnen. Koordiniertes Training fand damals natürlich auch noch nicht statt. Zunächst traf sich die Jugend auf einer Wiese, um an ihrer Technik zu feilen, etwas später musste das Gelände hinter dem heutigen „Gasthaus Sonne“ für die ersten Trainingseinheiten herhalten.

Zum Glück gab es damals in Bischbrunn den geheimen Forstrat Hans Reder, der für die Belange der Bevölkerung ein offenes Ohr hatte. Auf seine Initiative hin wurde die Rodung eines Waldstückes auf staatsforsteigenen Gebiet erreicht und es entstand 1936 der erste Sportplatz an seinem heutigen Standort. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges konnte man bereits eine aktive Jugendmannschaft vorzeigen, mit zunehmender Kriegsdauer und den damit verbundenen Einberufungen sowie den Kriegsschrecken, wurden die Fußballaktivitäten aber eingestellt.

Erst im Jahre 1946, als viele junge Männer aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrten, erwachte die Begeisterung für diesen Sport wieder und mit viel Euphorie wurde am 19.10.1946 unter dem Vorsitz von Theobald Schmitt und mit 99 Mitgliedern aus Bischbrunn und Oberndorf der SV Rot-Weiß Bischbrunn aus der Taufe gehoben. Nach der 1.Generalversammlung am 05.01.1947 übernahm Josef Maier den Verein bis zum 11.01.1948, als der Vorsitz an Alfred Schwab wechselte.

Nach den schweren Jahren des Krieges war das Fußballspiel damals eine willkommene Gelegenheit, sich neben dem nach wie vor harten Alltagsleben, einen Ausgleich zu verschaffen. Unter abenteuerlichen Umständen und Spielbedingungen kam damals schon ein regelmäßiger Spielbetrieb zustande und vor allem die Auswärtsspiele, zu denen man mit dem Fahrrad oder mit einem Holzvergaser unterwegs war, wurden zu unvergesslichen Erlebnissen. Spielkleidung, Spielbälle waren schwer zu beschaffen und mangels Umkleidekabine wurde im angrenzenden Wald die Spielkleidung gewechselt. Aber die Begeisterung kannte zunächst keine Grenzen, vor allem die weibliche Jugend war bei den sonntäglichen Spielen sehr zahlreich vertreten und trotz der damals sehr bescheidenen Möglichkeiten gelang es, am nach wie vor staatseigenen Sportplatz, ein einfaches Sportheim zu errichten.

Mit dem Beginn der Währungsreform änderte sich die Situation jedoch schlagartig. Neben den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, von denen auch der SVB nicht verschont blieb, kam der Verein auch personell derart in Nöten, so dass manche Spiele nur noch zu zehnt oder zu neunt ausgetragen werden konnten. Um die vorhandenen Verbindlichkeiten zu decken, veranstaltete der Verein, dessen Mitgliedszahl nur mehr 29 Mitglieder betrug, am 13.02.1949 einen Faschingsball. Gleichsam war man sicher, dass dies das Ende des jungen Vereins bedeutete.

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Mannschaftsfoto aus den Jahren 1954 - 1956

Glücklicherweise kam es anders, da sich sehr schnell wieder eine jüngere Generation zusammenfand, die den SVB wieder aufbaute. Unter Alfred Zwießler, der 1952 gewählt wurde, nahm der Verein wieder am aktiven Fußballsport teil und etablierte sich in den folgenden Jahren in der damals schon existierenden C-Klasse. Anton Väth, der sich in den 50er Jahren um eine solide Nachwuchsarbeit verdient gemacht hatte, wurde am 25.01.1957 zum Nachfolger von Alfred Zwießler gewählt und verstärkt durch die fruchtbare Jugendarbeit, setzte die Seniorenmannschaft zu einem Höhenflug an.

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C-Klassenmeister 1959/60

In der Saison 1959/60 trumpfte die Seniorenmannschaft groß auf und stieg als Tabellenzweiter hinter dem FSV Esselbach in die B-Klasse auf. Wie stark die Elf um den damals in Bischbrunn ansässigen Lehrer Günter Fries jedoch wirklich war, zeigte sich erst in der Folgesaison. Im ersten Spiel in der B-Klasse deklassierte die Elf den namhaften TSV Homburg mit 11:1 Toren und lehrte die Konkurrenz reihenweise das Fürchten. Am letzten Spieltag kam es schließlich zum Showdown: Der FSV Esselbach, der im Vorjahr als Meister mit dem SVB aufgestiegen war, führte die Tabelle punktgleich vor den Rot-Weißen an und der Spielplan ermöglichte daher ein richtiges Endspiel. Vor fast 1200 Zuschauern siegte der SVB in Esselbach durch Tore von Rudi Schröder und Günter Fries mit 2:1 und sicherte sich den Meistertitel und stieg in die A-Klasse auf.

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B-Klassenmeister 1960/61

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Sigi Held im Angriff gegen die Abwehrspieler Rudi Schröder und Otmar Maier


Dies war bis dato der größte Vereinserfolg, obwohl man von heutigen Rahmenbedingungen noch weit entfernt war. Es gab damals beispielsweise noch keinen Trainer, vielmehr traf sich die Mannschaft am Vorabend eines Spiels mit dem Vorstand und besprach die morgige Aufstellung. Auch ein systematisches Training fand noch nicht statt. Wer abends Zeit hatte, ging auf die Kreuzhöh und spielte Fußball, ein geschultes Aufbau- oder Leistungsprogramm war noch kein Thema. Und selbst beim sonntäglichen Spiel gab es manches Mal unvorhergesehene Störungen, in dem beispielsweise das runde Leder, das noch in mühevoller Handarbeit gefertigt wurde, plötzlich platzte und man das Spiel unterbrach, um das Spielgerät zum hiesigen Schuster zu bringen, der das unentbehrliche Stück kurzerhand wieder zusammenflickte. Anschließend ging der sportliche Wettkampf weiter.

Die Saison in der A-Klasse begann für den SVB jedoch äußerst ungünstig. Einige Leistungsträger verletzten sich zu Beginn der Saison so schwer und längerfristig, so dass die Herrenmannschaft nach nur einem Jahr A-Klassenzugehörigkeit wieder absteigen musste, zumal die personell sehr dünne Spielerdecke die länger ausfallenden Leistungsträger nicht kompensieren konnte. Und auch in der B-Klasse konnte sich die Mannschaft aufgrund der Ausfälle nicht halten und stieg infolgedessen 2 Jahre später wieder in die C-Klasse ab.

Am 25.01.1963 übernahm Alfred Roos als Vorstand das Kommando und führte den Verein bis zum 22.11.1969, indem er mit beispielhaftem Engagement nahezu alle Vereinsobliegenheiten ausübte. Sein Nachfolger wurde im November 1969 mit Otmar Maier gewählt, der den Vereinsvorsitz bis zum 08.01.1972 innehatte.

Nachdem die Seniorenmannschaft sich wieder in die C-Klasse verabschiedet hatte, machte Ende der 60er Jahre erstmals die Jugendmannschaft, die inzwischen ebenfalls am Saisonbetrieb teilnahm, auf sich aufmerksam.

August Leimeister, der früh erkannt hatte, dass das zukünftige Wohl des Vereins vom Nachwuchs abhängt, opferte einen erheblichen Teil seiner Freizeit, um der spielfreudigen Jugend ein geordnetes Training zu bieten und brachte gleichzeitig seine langjährige Erfahrung als Spieler mit ein. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: In der Saison 1969/70 standen die SVBler am Saisonende, wiederum mit den Nachbarn aus Esselbach punktgleich an 1.Stelle. Das notwendige Entscheidungsspiel in Marktheidenfeld wurde mit 3:1 gewonnen und der erste Jugendmeistertitel gefeiert.

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A-Jugendmeister 1969/70

Die 70er Jahre brachten in der Folge viele Veränderungen: So wurde zunächst von der Gemeinde 1971 der heutige Turnhallenbau für den Schulsport vollzogen, so dass sich hierdurch viele neue Möglichkeiten auch für den SVB boten. Bereits 1973 wurde durch die damals in Bischbrunn tätige Lehrerin Schickel eine Mädchen- und Damengymnastikgruppe ins Leben gerufen, die sich von Anfang an großer Beliebtheit erfreute und sich bis heute etabliert hat. Aber auch der Verein strebte große Ziele an. Mit Rudi Schröder, am 08.01.1972 zum Vorsitzenden gewählt, wurde zunächst das 25-Jährige Vereinsjubiläum mit einem Fest auf dem Sportplatz vom 23.-25.Juni 1972 gefeiert und anschließend langgehegte Wünsche in Angriff genommen. Da der Sportplatz nach wie vor Eigentum der Bayerischen Staatsforstverwaltung war und einige Versuche, das Eigentum zu erwerben, fehlgeschlagen waren, ließ sich der Verein – um die Voraussetzungen für einen Verein im rechtlichen und wirtschaftlichen Sinne zu schaffen – am 11.07.1972 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Marktheidenfeld eintragen. In der Folge begannen zähe Verhandlungen mit dem Forstamt Bischbrunn und der Oberforstdirektion Würzburg, die jedoch nicht den gewünschten Erfolg brachten. Aber die Vorstandschaft unter Rudi Schröder gab nicht auf und knüpfte Verbindungen auf politischer Ebene. Unter tatkräftiger Mithilfe von Gustl Werner vom Bayerischen Fußballverband und Raymund Schmitt vom Bayerischen Landessportverband wurde die Ausdauer schließlich belohnt und der Vorsitzende Rudi Schröder konnte am 4.August 1974 voller Stolz verkünden, dass der Gemeinde Bischbrunn der Sportplatz mit entsprechendem Erweiterungsgelände als Eigentum übertragen wird und ein weiterer Vertrag zwischen Gemeinde und Sportverein die Übergabe des Eigentums an den SVB sicherstellt. Nun fing die Arbeit jedoch erst an: Der Sportplatz – in seiner ursprünglichen Form von 1936 – war dringend sanierbedürftig, wies er doch ein überaus starkes Gefälle auf und entsprach schon lange nicht mehr den allgemein üblichen Anforderungen. Einen Plan für den Ausbau und die Neugestaltung wurde vom Architekturbüro Harth – kostenlos – vorgenommen, die Finanzierung der Erdbewegungsarbeiten, die mit 100.000.—DM veranschlagt wurden, stellte für den kleinen Verein jedoch eine nicht zu überwindende Hürde dar.

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Die Gründungsmitglieder des Vereins bei der Ehrung 1972

Paul Schwab, damals als Bediensteter einer amerikanischen Pioniereinheit in Aschaffenburg tätig, gelang das Kunststück, dass die amerikanischen Pioniere am 17.05.1976 mit Spezialfahrzeugen auf der Kreuzhöh „einrückten“ und in wenigen Tagen war das Gelände eingeebnet. Für den Verein entstanden hierdurch nur relativ geringe und erschwingliche Aufwendungen. Die weiteren Arbeiten wurden unter großer Beteiligung der Vereinsmitglieder erledigt, wobei auch wiederum viele Damen und Mädchen unter den Helfern waren. Ein besonderer Dank galt auch der Martinsbräu, Marktheidenfeld, die ihren hauseigenen Sportplatz auf der Martinswiese für die Zeit, in der SVB aufgrund der Umgestaltung kein eigenes Sportgelände hatte, zur Verfügung stellte und der Gemeinde Bischbrunn, da der SVB das 1973 errichtete Schulsportaußengelände zu Trainingszwecken nutzen konnte. Im Sommer 1977, ein Jahr nach dem eigentlichen Jubiläum, war es dann soweit:

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Vorstand Rudi Schröder mit amerikanischen Arbeitern

Mit einem großen Fest zum 30-jährigen Bestehen, vom 15.-18.07.1977 präsentierte der SVB stolz sein neues Sportgelände, welches zu dieser Zeit aufgrund seiner Lage und Ausstattung einzigartig war. Höhepunkt war zweifelsohne das Gastspiel von der SG Wattenscheid 09 (2.Bundesliga Nord) gegen die Würzburger Kickers (Aufsteiger in die 2.Bundesliga Süd). Die Kontakte kamen damals durch die Kleiderfabrik Roth zustande, die geschäftliche Beziehungen zu Klaus Steilmann, Präsident der SG Wattenscheid, unterhielt. Im Jahre 1979 wurde Alfred Aulbach aufgrund seiner großen Verdienste als Spieler, vor allem aber auch als Schriftführer, zum Ehrenmitglied ernannt.

Aber auch im sportlichen Bereich gab es in den 70ern Anlass zur Freude: Die Seniorenmannschaft, verstärkt durch Nachwuchsspieler aus der erfolgreichen Jugendmannschaft von 1970, erspielte sich den Meistertitel der C-Klasse unter ihrem Trainer Adolf Pfeifer in der Saison 1972/73 vor dem TSV Rechtenbach und stieg wieder in die B-Klasse auf. Aber damit nicht genug: Zu diesem Zeitpunkt sorgte die 1.Mannschaft vor allem durch ihre erste Teilnahme am DfB-Pokal für Furore. Nachdem zunächst der Bklassenverein Karbach ausgeschaltet wurde, mussten auch der SV Birkenfeld, damals immerhin A-Klassenspitzenreiter, und der SV Trennfeld, ebenfalls ein renommierter A-Klassist in Bischbrunn das Pokalaus hinnehmen. Nachdem mit dem SV Steinfeld ein weiterer höherklassiger Gegner besiegt wurde und nur noch 8 Vereine aus Unterfranken mit von der Partie waren, musste sich der SVB dann dem SV Erlenbach am Main beugen, hatte aber durch mitreisende und begeisternde Spiele viele neue Freunde gewonnen. 2 1/2 Jahre blieb der SVB zu dieser Zeit zuhause ungeschlagen und die Kreuzhöh wurde zu einer schier uneinnehmbaren Festung. Die Folgejahre spielte die Mannschaft in der B-Klasse zwar ordentlich mit, zu einem weiteren Höhenflug reichte es aber vorerst nicht.

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C-Klassenmeister 1972/73


Dafür konnte die Jugendmannschaft um so mehr auftrumpfen: Nach dem Aufstieg 1970 kehrten die Jungs zwar zunächst freiwillig in die Spielgruppe 4 zurück, aber in der Saison 1973/74 wurde unter Trainer Gottlieb Roos erneut der Meistertitel mit 44:4 Punkten und 97:18 Toren geholt. Wer nun dachte, das wars wohl für den kleinen Provinzverein, sah sich bitter getäuscht. Auch in der Kreisklasse sorgten die SVBler mit großartigen Spielen für Aufsehen und setzen mit der erneuten Meisterschaft im Jahr 1974/75 mit 39:3 Punkten und 106:27 Toren neue Maßstäbe und stiegen in die Kreisliga auf. Bezeichnend für diese überragende Mannschaft war das Faktum, dass sie über 14 Monate in Pflicht- und Freundschaftsspielen ungeschlagen blieb.

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A-Jugendmeister 1973/74


Und auch die Jüngsten eiferten ihren älteren Vorbildern nach. Die „Schüler“, wie die damalige Mannschaft bis 14 Jahre hieß, wurde bereits Anfang der 70er Jahre zunächst durch August Leimeister, später durch Peter und Eberhard Aulbach, geschult. In der Saison 1978/79 erreichte die Mannschaft unter Trainer Karlheinz Rossmann ebenfalls in beeindruckender Manier den Meistertitel: 38:2 Punkte und 118:15 Toren lautete die stolze Bilanz, wobei kurioserweise der SVB alle Spiele auswärts gewann und nur gegen den Tabellenzweiten Altfeld(2:2) und –dritten Trennfeld(1:1) zuhause Punkte ließ. Überragender Akteur in dieser Saison mit 52(!) Toren war Werner Roth.

Von daher waren die Weichen für eine künftige erstklassige Herrenmannschaft gestellt, Sorgen bereitete der Nachwuchs dennoch. Die Statuten des Bayerischen Fußballverbandes sahen nämlich vor, dass künftig die Altersgruppen in D,C,B + A-Jugend unterteilt werden, um somit den Jugendlichen zu ermöglichen, gegen ausschließlich gleichaltrige zu spielen, was bislang durch die großzügige Einteilung in Jugend(14-18 Jahre) und Schüler(bis 14 Jahre) nicht möglich war. Natürlich hatte die alte Regelung auch ihren Vorteil, da sich die Jüngeren gegen ältere Gegenspieler „durchbeißen“ mussten, die neue Verordnung konnte jedoch vom SVB aufgrund Spielermangels in den nun 4 vorhandenen Altersklassen nicht bewältigt werden. Aus diesem Grund vereinbarte man am 25.06.1979 eine Spielgemeinschaft im Jugendbereich mit der DJK Oberndorf. Somit waren die Voraussetzungen für eine weitere gute Jugendarbeit gegeben.

Am 11.01.1980 übernahm Paul Schwab den Vorsitz des Vereins, der vom 10.- 13.07.1981 auf der Kreuzhöh sein 35-jähriges Jubiläum feierte. Weiterhin trieb der Verein den Aus- und Weiterbau seines Sportgeländes voran. Da bislang kein Trainingsgelände vorhanden war und daher der Hauptplatz – auch bei schlechter Witterung – für die Trainingseinheiten genutzt wurde, kaufte man bereits im Juli 1980 zwei Grundstücke und im Zuge der Flurbereinigung wurde dem SVB eine Fläche von 7573 qm unterhalb des Hauptplatzes zugewiesen. Aber für einen weiteren Sportplatz reichte diese Fläche noch nicht aus, so dass man, nach zähen Preisverhandlungen mit der Staatsforstverwaltung, schließlich noch 2200 qm hinzukaufte. Im November 1983 wurde das Eigentum übertragen und mit viel Eigenleistung waren die Rodungs- und Planierarbeiten in vier Wochen erledigt und der heutige Trainingssportplatz geschaffen. Ein Jahr später konnte die notwendige Flutlichtbeleuchtung aufgestellt werden und auch am Hauptplatz wurde fleißig weitergearbeitet: 1982 wurde bereits eine Halle aus Rundholz ans Sportheim gebaut und 1985 eine WC-Anlage installiert. In diesem Jahr wurden auch Heinrich Krebs und Elisabeth Wiesmann aufgrund ihrer Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Aber das Jahr brachte auch Trauer, da der SVB sein Ehrenmitglied Alfred Aulbach zu Grabe tragen musste. 1986 fand das 40-Jährige Jubiläum erstmals auf dem Festplatz am Trieb vom 04.- 07.Juli statt. Im Jahre 1987 konnte der SVB eine weitere Sparte für seine Jugend anbieten. Ulrike Rappel, die ihre Ausbildung beendet hatte, begann Turnstunden für Kinder und Jugendliche in verschiedenen Altersgruppen abzuhalten, wobei die Kids von Anfang an voller Begeisterung mitmachten. 1988 wurde ein tragisches Jahr für den Verein: Rudi Schröder, am 2.Januar zum 1.Vorsitzenden gewählt, verstarb am 15.03.88 völlig unerwartet, wobei dies einen schmerzlichen Verlust und eine kaum zu schließende Lücke für den SVB darstellte. In einer außerordentlichen Hauptversammlung wählten die Mitglieder am 16.04.1988 Lothar Wiesmann zu seinem Nachfolger. Im gleichen Jahr erneut ein Schlag für den Verein, da mit Heinrich Krebs ein weiteres Ehrenmitglied verstarb. Gegen Ende der 80er wurde auch begonnen, erste Bandenwerbung am Hauptplatz anzubringen und eine ausgediente Baubude wurde am Ausweichplatz als Geräteschuppen aufgestellt. Auch die Halle aus Rundholz neben dem Sportheim wurde durch Fundamente und massive Mauern zukunftsfähig gestaltet.

Sportlich gesehen waren die 80er Jahre zweifelsohne ein Höhepunkt in der Geschichte des SVB: Nachdem die Jugend mit der DJK Oberndorf 1979 eine Spielgemeinschaft einging, wurde die C-Jugend in der Saison 1979/80 auf Anhieb Meister. 3:0 wurde Hausen/Rohrbach im Entscheidungsspiel geschlagen und der Aufstieg in die Kreisklasse gefeiert. Ein Jahr später waren es die B-Junioren, die mit sage und schreibe 39:1 Punkten Meister wurden. 1982 war es ebenfalls die B-Jugend, die bei einem internationalen Turnier in Veitshöchheim für Furore sorgte: Nachdem man in der Vorrunde Mannschaften wie den SV Heidingsfeld, Kickers Würzburg und Darmstadt 98 ausgeschaltet hatte, musste man sich erst im Finale nach großem Kampf Excelsior Rotterdam mit 0:1 beugen. Und auch die A-Jugend machte wieder von sich reden: In der Saison 1981/82 wurde sie Meister Ihrer Gruppe und im Folgejahr demoralisierte sie auch in der Kreisklasse ihre Gegner, indem die Elf bereits 4 Spieltage vor Saisonende als Meister feststand und in die Kreisliga aufstieg. Gestärkt durch diese Erfolge, mischte die Elf in der darauffolgenden Spielrunde auch in der Kreisliga kräftig mit: Mannschaften wie Frammersbach, Kitzingen oder Ochsenfurt hatten auf der Kreuzhöh nichts zu lachen und erst gegen Ende der Spielrunde wurde der SVB noch von Grombühl überholt und auf den 2.Platz verwiesen, so dass der Aufstieg in die Bezirksliga verwehrt blieb. Aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge war es Bischbrunn und Oberndorf in der Folge leider nicht mehr möglich, Mannschaften für alle Spielklassen zu bilden, so dass man 1986/87 auch den FSV Esselbach und die Eintracht aus Steinmark mit in die Spielgemeinschaft aufnahm. Und weitere Erfolge blieben nicht aus: In den späten 80ern standen erneut ein Titel in der B- und in der A-Jugend zu Buche.

Die 1.Mannschaft startete auch erfolgreich ins neue Jahrzehnt: Beim erstmals ausgetragenen VG-Turnier in Esselbach 1980 ging die Elf um Spielertrainer Hans Müller mit einem deutlichen 5:2-Sieg im Finale gegen die DJK Oberndorf in die Geschichtsbücher ein. In der darauffolgenden Saison 1980/81 kam die Mannschaft jedoch derart in Nöte, so dass sie am Ende punktgleich mit der DJK Oberndorf auf dem Relegationsplatz der B-Klasse stand. Zunächst musste nun der Relegationsplatz ausgespielt werden, wobei der SVB dieses Entscheidungsspiel in Marktheidenfeld mit 2:3 n.V. Gegen die DJK verlor. Im nun entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt gegen den 2. der C-Klasse Würzburg, den SV Kist, bündelte der SVB nochmals alle Kräfte, in dem man Rudi Schwab und Erich Aulbach reaktivierte und auch Kapitän Theo Hock, aufgrund einer Verletzung eigentlich nicht einsatzfähig, biss auf die Zähne. 1:1 endete das 2.Entscheidungsspiel nach Verlängerung in Birkenfeld und im fälligen Elfmeterschießen avancierte Erich Aulbach zum Helden, als er gleich 3 Strafstöße hielt und der SVB das Elfmeterdrama für sich entschied.

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Siegermannschaft beim 1. VG-Turnier 1980 in Esselbach


Im gleichen Jahr bewiesen die Verantwortlichen dann ein glückliches Händchen, in dem es gelang, Eberhard Leimeister als Trainer ab der Saison 1981/82 zu gewinnen. Leimeister, der viele Jahre höherklassig gespielt hatte, brachte viele Attribute mit, die es ermöglichten, dass der SVB binnen kurzer Zeit zur besten Mannschaft „im Grund“ wurde. Zum einen war Eberhard Leimeister ein absoluter Fußballfachmann, der nicht nur seine eigene Mannschaft hervorragend einschätzen und einstellen konnte, vielmehr wusste er auch vorzüglich über gegnerische Stärken und Schwächen Bescheid. Darüber hinaus sprühte der gewiefte Taktiker Leimeister nur so vor Ehrgeiz, wobei er als Grundvoraussetzung stets eine absolute Fitness voraussetzte. Der Mannschaft gefiel diese „harte Hand“, zog voll mit und selbst heute noch denken einige Spieler von damals mit Ehrfurcht an die gefürchteten Trainingseinheiten an der Steigung „Postbotenlinie“, die Leimeister bevorzugt als Saisonvorbereitung nutzte.

In den nächsten beiden Jahren stand jeweils der 4.Tabellenplatz in der B-Klasse zu Buche und in der Saison 1983/84 wollte es die Mannschaft wissen: Verstärkt durch einige Zugänge aus der erfolgreichen A-Jugendmannschaft und der Wiederkehr von Werner Roth, der ein Jahr lang bei der Viktoria Aschaffenburg spielte, sowie der Verpflichtung von Stefan Leimeister, damals Torjäger des Bezirksligisten TV Marktheidenfeld, der seinem Bruder Eberhard nach Bischbrunn folgte, sollte der angestrebte Aufstieg in die A-Klasse gelingen. In einer spannenden Saison mit einem Kopf-an-Kopfrennen mit der SpVgg Waldzell/ Ansbach machte die Elf am vorletzten Spieltag, ausgerechnet bei der DJK Oberndorf, mit einem heißumkämpften 3:1-Sieg die Meisterschaft perfekt. Im Gegensatz zu den 60er Jahren blieb es diesmal jedoch kein einjähriges Gastspiel, sondern die Mannschaft hielt sich in den Folgejahren konstant im Mittelfeld der Liga.

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B-Klassenmeister 1983/84


Und auch im Pokal sammelte die Mannschaft Titel: 1984 gewann der SVB zum zweiten Male den VG-Pokal und beim Steinmarker Spessartturnier triumphierte die Mannschaft von 1984-1986 3x in Folge und durfte somit den begehrten Wanderpokal in seinen Vitrinenschrank stellen.

Durch die Erfolge und die gute Nachwuchsarbeit verfügte der SVB damals über ausreichend Spieler, so dass auch die 2.Mannschaft kaum Personalsorgen hatte. Vielmehr wurde 1984 eine Alt-Herrenmannschaft gegründet, die Hans Müller über 15 Jahre leitete.

Nach 7-jähriger Amtszeit beendete Eberhard Leimeister, der für seine großartigen Verdienste 1986 zum Ehrenmitglied ernannt wurde, 1988 seine Trainertätigkeit und prompt kam die Mannschaft in Bedrängnis, zumal auch Stefan Leimeister die Elf Richtung Helmstadt verließ. Am Ende der Saison 1988/89 wurde nur der Relegationsplatz erreicht und die Konstellation sah nun 2 Entscheidungsspiele über den Verbleib in der A-Klasse vor. Die erste Begegnung wurde in Erlenbach ausgetragen, wobei der SVB gegen Remlingen mit 2:1 die Oberhand behielt. Im zweiten Match in Wombach gegen die SG Burgsinn verließ den SVB jedoch das Glück. 80 Minuten lang spielte der SVB seinen Gegner an die Wand und führte hochverdient mit 2:0, musste aber in den letzten Minuten noch den Ausgleich hinnehmen. Die Verlängerung brachte keine weiteren Tore, so dass die Entscheidung im Elfmeterschießen fiel: Nach nicht mehr zu überbietender Dramatik verlor der SVB nach 24 getretenen Elfmetern und musste zurück in die B-Klasse.

Nach dem unglücklichen Abstieg in die B-Klasse übernahm Gottlieb Roos die Trainingsleitung und führte die Elf, trotz des Abgangs von drei wichtigen Spielern, die in der Winterpause nach internen Querelen die Mannschaft verließen, auf den 2.Tabellenplatz der Runde 1989/90, der zum sofortigen Wiederaufstieg in die Aklasse berechtigte. Anschließend übernahm wieder Eberhard Leimeister in bewährter Manier das Kommando, so dass sich das Team in der A-Klasse weiter etablieren konnte.

1992 fand das VG-Turnier erneut in Bischbrunn statt und vor heimischer Kulisse wurde im Finale der FSV Steinmark durch Tore von Richard und Rückkehrer Stefan Leimeister mit 2:1 n.V. geschlagen und nach dem nun dreimaligen Gewinn des Pokals ziert die Trophäe seitdem das Sportheim des SVB. Stefan Leimeister beerbte anschließend seinen Bruder Eberhard und übernahm als Spielertrainer die Verantwortung für die Mannschaft, die sich in den Folgejahren einem permanenten Höhen- und Tiefflug ausgesetzt sah.

In der Saison 1993/94 erspielte man sich bis zur Winterpause einen respektablen 4.Tabellenplatz und liebäugelte sogar nach mehr, in der Rückrunde kam jedoch der bodenlose Absturz auf Rang 14, welcher bei der gerade eben vorgenommenen Aufstockung der A-Klasse auf 17 Mannschaften, den Abstieg bedeutete. Vielerorts wurde dem SVB nun der weitere Niedergang prognostiziert, zumal die Leistungsträger von Jahr zu Jahr älter wurden und es in den 90ern um den Nachwuchs nicht mehr so gut bestellt war. Die Kritiker schienen recht zu behalten: Die ersten beiden Spiele in der B-Klasse gegen Greußenheim und Windheim gingen prompt deutlich verloren, der erneute direkte Wiederaufstieg, trotz 8 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter in der Winterpause, hatten die Männer um Spielertrainer Leimeister jedoch niemals aus den Augen verloren. Mit einer grandiosen Rückrunde schaffte es die Mannschaft, am Ende punktgleich mit dem SV Birkenfeld und dem VfB Hafenlohr auf dem ersten Platz zu stehen.

Wiederum mussten Entscheidungsspiele herhalten, um den Meister zu ermitteln. Die Auslosung sah vor, dass der SVB zunächst gegen Birkenfeld anzutreten hatte, der Sieger hieraus spielte gegen Hafenlohr den Meister aus. Das erste Spiel, das in Lengfurt stattfand, war äußerst spannend: Der SVB ging zwar stark ersatzgeschwächt in die Partie und erzielte früh das 1:0 durch Dietmar Aulbach, in der Folge kam Birkenfeld jedoch immer mehr auf. Pausenlos rollten die Angriffe auf das Tor von Horst Wiesmann und nach einer nervenzerreibenden Abwehrschlacht und einer nicht endend wollenden Nachspielzeit rettete der SVB mit großem Kämpferherz den Vorsprung ins Ziel. Im zweiten Spiel gegen Hafenlohr, welches in Karbach vor 1200 Zuschauern stattfand, sahen die Besucher ein verrücktes Match. In der ersten Hälfte fand der SVB gar nicht statt: Hafenlohr erspielte sich ein deutliches Übergewicht und ließ keine nennenswerte Aktionen des SVB zu und nur Horst Wiesmann mit tollen Glanzparaden war es zu verdanken, dass das Spiel zur Pause noch nicht verloren war. In der 2.Halbzeit ein völlig verändertes Bild: Die Rot-Weißen waren nun deutlich aggressiver und kauften den Hafenlohrer den Schneid völlig ab. Als Uwe Leimeister das erlösende 1:0 erzielte, war der Bann entgültig gebrochen und Hafenlohr resignierte, so dass Ralf Albert und Richard Leimeister noch ein 3:0 herausschießen konnten. Somit war der SVB Meister der B-Klasse 1994/95 und hatte erneut den direkten Wiederaufstieg in die A-Klasse geschafft.

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B-Klassenmeister 1994/95


Die Freude hierüber währte jedoch nicht lange. Am Ende der Saison 1995/96 stand die Elf schon wieder auf dem unbeliebten Relegationsplatz und dieses Mal wurde Roden zum Schauplatz des Spiels gegen den TSV Rechtenbach um den Verbleib in der A-Liga. Der SVB ging voller Selbstvertrauen das Spiel an und führte zur Pause verdient mit 1:0. Auch nach dem Wechsel blieben die Rechtenbacher völlig harmlos und die Rot-Weißen hatten mehrfach die Möglichkeit, die Führung auszubauen. Es kam schließlich, wie es kommen musste. Zwei Gegentreffer in den letzten Minuten rissen den SVB aus allen Träumen und besiegelten die A-Klassen-Zugehörigkeit.

Aber auch anschließend ging die Talfahrt in der B-Klasse weiter: Bis zur Winterpause der Saison 1996/97 stand die Mannschaft mit nur 5 Punkten weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. In dieser prekären Situation erklärte sich der langjährige Erfolgstrainer Eberhard Leimeister bereit, die Mannschaft zu übernehmen, um das schier Unmögliche doch noch zu schaffen. Und die Fachwelt staunte, als Leimeister der am Boden liegenden Mannschaft neues Leben einhauchte und eine beispiellose Aufholjagd startete. Am letzten Spieltag sicherte sich die Mannschaft mit 36 Punkten doch noch den Klassenerhalt und feierte diesen unglaublichen Erfolg nahezu wie einen Meistertitel.

Im darauffolgenden Jahr war der Abstieg in die C-Klasse jedoch nicht mehr zu vermeiden: Zwar übernahm Eberhard Leimeister erneut die Mannschaft nach der Vorrunde, da die Elf sich wieder auf einem Abstiegsplatz befand, aber dieses Mal konnte auch Leimeister den bitteren Gang in die unterste Klasse nicht verhindern und somit musste der SVB 1998, nach 26 Jahren in der B- und A-Klasse erstmals wieder den Gang in die C-Klasse antreten.

Für die Vereinsmitglieder brachten die 90er aber auch viel Arbeit: 1990 fegte der Wirbelsturm „Wiebke“ durchs Land und auch das Sportheim wurde durch umgefallene Bäume schwer beschädigt. Die notwendigen Aufräumarbeiten dauerten wochenlang und waren nicht ungefährlich, da zum Teil tonnenschwere Last auf dem Dach beseitigt werden musste.

Im Jahr 1991 feierte der SVB vom 5.-8.Juli sein 45-jähriges Bestehen auf dem Festplatz am Trieb, wobei man in diesem Jahr auch mit einer „Kampfsportgruppe“ eine neue Sparte präsentieren konnte. Im gesellschaftlichen Bereich wurden die Aktivitäten ebenfalls forciert: Neben den alljährlichen Pfingstwerbespielen wurden jeweils ein Faschings-, Kirchweih- und Silvestertanz durchgeführt, wobei sich fast alle Veranstaltungen bis heute bewährt haben. 1993 wurde von Firma Mannesmann Mobilfunk ein Antennenmast am Trainingsplatz errichtet, der es dem SVB ermöglichte, 2 Flutlichtstrahler am Mast anzubringen und somit Kosten für die dringend nötig gewordene zusätzliche Flutlichtbeleuchtung einzusparen.

Und auch ein langgehegter Wunsch des SVB, Ausbau des Sportheims mit Umkleideräumen und sanitäre WC- und Duschanlagen, konnte in den 90er realisiert werden: Zwar wurden bereits 1993 Fenster in den Anbau eingesetzt, der Kellerraum durch eine neue Außentreppe erschlossen und eine neue Heizungsanlage eingebaut, der Ausbau des sanitären Bereiches scheiterte jedoch immer wieder am fehlenden Kanalanschluss. 1994 entschloss sich der Verein mit einer Großaktion die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen:

350 Meter Kanalrohre sowie 4 Reinigungsschächte wurden verlegt, wobei diese umfangreichen Arbeiten nur durch die großzügige Unterstützung der Firma Väth, die ihre Maschinen zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stellte, möglich waren und auch die Gemeinde unterstützte den SVB mit einem Zuschuss in Höhe von 10.000.— DM. Im Herbst 1994 wurde die Baugenehmigung für die sanitären Anlagen und die Umkleidekabinen erteilt, so dass man ab April 1995 mit den Arbeiten beginnen konnte. Vor allem von seinen Facharbeitern profitierte hierbei der SVB, welche die vielfältigen Arbeiten bis zum Jahresende erledigten. Nachdem auf Anregung der örtlichen Naturschutzgruppe auch noch eine Solaranlage für die Brauchwasseraufbereitung eingebaut war und von einem Gastronomiebetrieb eine günstige Küche erstanden wurde, konnten die neuen Örtlichkeiten ab Februar 1996 genutzt werden.

Zum 50-jährigen Jubiläum, welches vom 5.-8.7. 1996 auf dem Festplatz gefeiert wurde, konnte der Verein inzwischen auf 393 Mitglieder zählen. Nachdem Paul Schwab für seine Verdienste um den SVB bereits im Juli 1995 zum Ehrenmitglied ernannt wurde, konnte der Verein im April 1997 auch Hans Bedenk, der sich viele Jahre um die Sportanlagen gekümmert hat (und auch heute noch kümmert), ebenfalls zum Ehrenmitglied ernennen.

Die Neuwahlen 1998 brachten dem SVB eine neue Führung: Lothar Wiesmann, der mit 10 Jahren Amtszeit die bislang längste Periode dem SVB vorgestanden hatte, stand nicht mehr zur Verfügung und Richard Leimeister wurde zum Nachfolger gewählt. Im gleichen Jahr feierte die Damen-Riege ihr 25-jähriges Bestehen mit einem schönen Tagesausflug und anschließendem gemütlichen Beisammensein im Sportheim. Ebenfalls 1998 wurden die inzwischen zur Tradition gewordenen Pfingstwerbespiele um eine attraktive Darbietung erweitert, in dem der SVB seitdem ein Ortsvereinspokalturnier mit den heimischen Vereinen durchführt. Im Juni 1999 wurde schließlich August Leimeister, anlässlich seines 60.Geburtstages, für seine vielfältigen Verdienste um den SVB die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Im sportlichen Bereich fand man sich nach dem Abstieg 1998 in die C-Klasse zunächst gar nicht zurecht. Der angestrebte Sofortwiederaufstieg konnte im ersten Jahr nicht realisiert werden. Im Mai 1999 gelang es jedoch, mit Helmut Scheurich einen neuen Trainer für die Saison 1999/2000 zu verpflichten und mit ihm kehrte der Erfolg zu den Rot-Weißen zurück. Gleich in seiner ersten Saison führte Scheurich den SVB in einer packenden Spielrunde auf den 2.Tabellenplatz, der zum direkten Aufstieg in die neugegründete Kreisklasse berechtigte.

aufstieg-2000
Geschafft! Nach einem 3:1-Sieg im letzten Saisonspiel gegen den FSV Neustadt-Erlach spielte der SVB wieder in der Kreisklasse

Bis dahin war es jedoch ein schwieriger Weg: Nicht nur, dass die Mannschaft nach dem schwachen Auftritt in der Vorsaison verunsichert war, es verletzten sich auch wichtige Spieler wie Ralf Albert(Beinbruch) und Egon Roth bereits zu Beginn der Saison längerfristig und nach der Halbrunde pendelte die Elf „nur“ zwischen dem 4. und 5. Tabellenplatz. Mit einem furiosen Endspurt und fast immer mit dem Standard-Ergebnis von 1:0 ließ der SVB die vor ihm platzierten Teams Greußenheim und Unteraltertheim noch hinter sich und sicherte mit einem 3:1-Sieg im letzten Match gegen den FSV Neustadt/Erlach hinter dem SV Altfeld den Aufstieg. Überragender Akteur dieser Spielzeit war Ralf Englert, der meist das goldene Tor erzielte.

Und auch in der Kreisklasse mischten die Jungs im Mittelfeld gut mit. Unter Mitwirkung von Kurt Franz, der nach einigen Jahren von der Viktoria Wertheim auf die Kreuzhöh zurückkehrte, konnte man auch bei den Pokalturnieren in Oberndorf und Steinmark positive Akzente setzen. Im Juli 2000 setzte sich die Elf bei der Sportwoche in Oberndorf im Finale mit 3:2 gegen den FSV Esselbach durch und im Juni 2001 schlug der SVB beim Endspiel in Steinmark den SV Altfeld verdient mit 2:0.

Sorgen bereitete den Verantwortlichen jedoch der Umstand, dass die Leistungsträger des SVB langsam in die Jahre kamen und ein adäquater Ersatz aus den inzwischen spärlich besetzten Nachwuchsteams nicht in Sicht war. Zudem verlor der SVB zu dieser Zeit einige junge Spieler, die aus beruflichen Gründen der Seniorenmannschaft nicht mehr zur Verfügung standen. Zwar hielt sich die Elf nach dem Wiederaufstieg nochmals 3 Jahre in der Kreisklasse, in der Saison 2002/2003 erlebte die Mannschaft aber einen desolaten Leistungseinbruch in der Rückrunde und musste erneut in die inzwischen umbenannte A-Klasse Gruppe 6 absteigen.

Der sportliche Tiefpunkt war jedoch leider noch nicht erreicht: In der ersten Saison der A-Klassenzugehörigkeit spielte man zwar noch im Mittelfeld der Liga mit, in der Saison 2004/2005 fand man sich jedoch - nach teilweise blamablen Leistungen auf dem vorletzten Platz der untersten Spielklasse wieder.

Im Frühjahr 2005 wurde mit Holger Horn ein neuer Spielertrainer für die Saison 2005/2006 gefunden und Horn verstand es auf Anhieb, neue Akzente zu setzen. Mit Ehrgeiz, Disziplin, Teamgeist, aber auch mit sehr abwechslungsreichen Trainingsmethoden konnte er vor allem die jungen Nachwuchsspieler in die 1.Mannschaft integrieren, die inzwischen mit den älteren Leistungsträgern eine gute Mischung bilden. So führte er die Mannschaft in seiner ersten Saison auf den 7. Tabellenplatz.

Aber auch die Jugend, um die es durch die dünn besetzten Jahrgänge im neuen Jahrtausend etwas ruhiger geworden war, konnte in der Saison 2004/2005 einen weiteren Erfolg feiern, in dem die A-Junioren – in Spielgemeinschaft mit dem SV Altfeld – den Meistertitel in ihrer Gruppe erreichten.

Im gesellschaftlichen Bereich wurden im neuen Jahrtausend die Aktivitäten weiter intensiviert, in dem beim inzwischen traditionellen Faschingstanz die AH-Mannschaft mit tollen Show-Elementen glänzte und auch die 1.Herrenmannschaft studierte zur Fasenacht Showtänze ein, die nicht nur vor heimischen Publikum, sondern auch beim Karbacher „Männer-Power“ großen Anklang fanden.

2001 wurde eine Callanatic-Gruppe unter Leitung von Heike Baumgartner gegründet und im gleichen Jahr feierte der SVB sein 55-jähriges Bestehen. Im Gegensatz zu früheren Jubiläen entschloss sich die Vorstandschaft die Feierlichkeiten zu splitten: Vom 23.-25.Juni 2001 feierte man am Sportgelände mit Openair, Jugendturnier, Festgottesdienst und einem Tag der Ämter und Betriebe, die Hauptattraktion fand jedoch am 8.Juli statt, da es den Verantwortlichen gelungen war, den FC Schweinfurt 05, damals gerade in die 2.Bundesliga aufgestiegen, zu einem Gastspiel zu verpflichten. Um einen besonderen Zuschaueranreiz zu setzen, organisierte man als Gegner des Zweitligisten eine „Bischbrunner Auswahl“, die mit namhaften Spielern aus den umliegenden Vereinen verstärkt wurde. Über 400 Zuschauer lockte das Match auf die Kreuzhöh, wobei das ungleiche Duell mit 13:0 für den FC Schweinfurt endete. Den Abschluss der Feierlichkeiten im Jahr 2001 bildete ein Kommersabend am 1.September in der Turnhalle, bei welchem verdiente Vereinsmitglieder geehrt wurden.

Nachdem der Nachbarverein, die DJK Oberndorf, inzwischen in die unterste Liga abgestiegen war und es auch beim SVB aufgrund mangelndem Nachwuchs und Überalterung der 1.Mannschaft nicht unbedingt rosig bestimmt war, trafen sich im Sommer 2002 einzelne Verantwortliche beider Vereine um eine mögliche Fusion der beiden Fußballmannschaften zu erörtern. Aufgrund der Brisanz dieser Thematik fanden diese Treffen zunächst im geheimen statt, aber die teilnehmenden Gremien konnten eine gemeinsame Linie über das weitere Vorgehen abstimmen, wohl dessen bewusst, dass ein derartiges Unterfangen nur durch eine Mitgliederversammlung endgültig entschieden werden kann.

In der Hauptversammlung vom 11.01.2003 wurden die Mitglieder über die geführten Gespräche und „Folgen“, bzw. Auswirkungen, die eine etwaige Spielgemeinschaft mit sich bringen würde, ausführlich informiert. In der eigens für diesen Anlass einberufene außerordentliche Hauptversammlung am 17.01.2003, die zeitgleich in Oberndorf stattfand, gab es schließlich folgendes Abstimmungsergebnis: 81% der anwesenden Mitglieder beim SVB gaben der Spielgemeinschaft eine Chance, in Oberndorf gaben jedoch nur 17% der Mitglieder dafür ihre Zustimmung, so dass die Gespräche daraufhin abgebrochen wurden und aufgrund des konträren Ergebnisses auch keine weiteren Verhandlungen vereinbart wurden.

Zu den Neuwahlen im Jahre 2004 stellte sich Richard Leimeister nicht mehr zur Verfügung und die Bemühungen um einen Nachfolger gestalteten sich äußerst schwierig. Da auch nach intensiven Gesprächen kein 1. Vorsitzender in Sicht war, entschied man sich die Verantwortung auf 4 gleichberechtige Vorstände zu verteilen. Die hierzu nötige Satzungsänderung wurde von den Mitgiedern beschlossen und am 10. 01. 2004 wurden Lothar Wiesmann als wirtschaftlicher Leiter, Klaus Scholz als sportlicher Leiter, Dietmar Aulbach als Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Ralf Englert als Leiter für Veranstaltungen zu Vorständen gewählt.

2004 wurde beim SVB auch eine weitere Sparte in das Programm mit aufgenommen, in dem seither Seniorenturnen unter fachmännischer Anleitung durch Ulrike Rappel angeboten wird. Der SVB nahm es im gleichen Jahr gerne zum Anlass Ulrike Rappel, Rosemie Maier und vor allem Horst Müller, der seit vielen Jahren das Amt des Jugendleiters innehatte, während der alljährlichen Pfingstwerbespiele, mit einer Urkunde gebührend Dank zu sagen.

Im Jahre 2005 fand das VG-Turnier zum dritten Male in Bischbrunn statt und nicht nur Petrus, der die ganze Woche herrliches Wetter auf die Kreuzhöh schickte, sondern auch die zahlreichen Gäste waren mit der gelungenen Organisation zufrieden. Zwar konnte der SVB dieses Mal nicht um den Pokalsieg mitspielen, aber der Verein präsentierte sich als guter Gastgeber.

Und einen weiteren, langgehegten Wunsch konnte sich der Verein 2005 erfüllen: Durch großartige Unterstützung der Firma A. Väth und durch großen persönlichen Einsatz der Facharbeiter des Vereins wurde die Zufahrt von der Kreuzhöhstraße zum Sportheim gepflastert, so dass nun auch bei schlechter Witterung eine saubere An- und Abfahrt zum Sportheim möglich ist.

Ebenfalls 2005 wurde unter der Regie von Anke Ningler ein Mutter-Kind-Turnen ins Leben gerufen, welches über die Ortsgrenzen hinaus großen Anklang findet. Seit März 2005 ist der SVB nun auch im Internet vertreten und unter www.sv-bischbrunn.de werden viele aktuelle Informationen und Bilder zu den Auftritten der 1.Mannschaft & 2. Mannschaft und auch den Turngruppen präsentiert.

Im Jahr 2006, in dem Alexander Roos in der Hauptversammlung zum Nachfolger von Ralf Englert gewählt wurde, konnte der SVB, dessen Mitgliedszahl inzwischen auf 470 angewachsen ist, sein 60-jähriges Jubiläum feiern. Und die Verantworlichen gingen neue Wege: Da man für das Fest den Würzburger FV(Bayernliga) und Viktoria Kahl(Landesliga) zu einem Gastspiel verpflichten konnte, entschied die Vorstandschaft, die Feierlichkeiten – wie in früheren Jahren – in einem Festzelt auf dem Ausweichplatz auf der Kreuzhöh stattfinden zu lassen und nicht auf dem gemeindeeigenen Festplatz am Trieb.

Das Jubiläum wurde ein voller Erfolg: Zum einen präsentierte der SVB ein tolles Programm (u.a gaben sich „Jukebox“ und die „Earls“ die Ehre), zum anderen spielte auch das Wetter mit, so daß das 60-jährige Vereinsjubiläum als eines der schönsten in die Vereinsannalen einging.
Da sich bei der Vorbereitung und beim Auf- und Abbau der Festlichkeiten sehr viele freiwillige Helfer beteiligten und die 1.Mannschaft auf einem guten Weg ist und auch die starke U-17 Hoffnung macht, kann der SVB positiv in die Zukunft blicken.

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Der Sportverein Rot-Weiß Bischbrunn e. V. wurde offiziell am 19.10.1946 gegründet.

Bis heute hat sich der Verein enorm vergrößert und betreut nun ungefähr 450 Mitglieder

Für einen Breitensportverein in einer 1000-Seelen-Gemeinde hat der SV Bischbrunn ein enormes Angebot für alle Mitglieder parat.

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